Nichts ist für immer / Nothing is forever

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—english version below—

In der letzten Woche habe ich kurz hintereinander einige traurige Neuigkeiten erhalten.

Die meisten von uns haben wahrscheinlich schon einmal gehört: „Hör auf zu jammern und sei dankbar, eigentlich geht es dir ja gut. Du hast ein Dach über dem Kopf, zu essen…“. Die meisten werden diese Aussage direkt wieder mit den Worten „Ja ja, aber das Problem xyz…“ abgetan haben.

Wenn einem jedoch plötzlich bewusst wird, dass unser Leben tatsächlich endlich ist und jederzeit von einem Schicksalsschlag komplett verändert werden kann, überlegt man sich nochmals was dieser Satz eigentlich bedeutet. Und dass unsere Zeit tatsächlich zum Verschwenden zu kostbar ist. Und wir das, was wir haben, schätzen sollten.

Ich habe daraufhin einige Dinge in meinem Leben geändert:

  • Ich ärgere mich nicht mehr über kleine chaotische Ecken in meiner Wohnung.
  • Selbst Banalitäten versuche ich bewusst wahrzunehmen. Wie fühlt sich der Schwamm beim Abwaschen an? Wie die Füsse beim Auftreten? Wie sieht die Umgebung eigentlich konkret aus?
  • Ich geniesse die Zeit, welche ich mit meinen Freunden und meiner Familie verbringe, bewusst. Ich sage ihnen oft, wie gerne ich sie habe.
  • Beim Telefonieren konzentriere ich mich komplett auf die andere Person und mache nichts mehr parallel.
  • Ich versuche weniger zu hetzen. Wenn von den 20 Punkten auf meiner Todo-Liste nur 10 abgehakt sind, ist das auch ok.
  • Ausserdem versuche ich weniger perfektionistisch zu sein. Wieder etwas gegessen, das nicht in den Ernährungsplan passt? Gelesen statt gelernt? Ist alles kein Weltuntergang.
  • Wenn ich etwas erledigen muss, versuche ich die Situation so zu ändern, bis es mir Spass macht. Musik beim Abwaschen, ein kleines Workout während des Staubsaugens oder ein Roman zur Versüssung der endlosen Tramfahrten.
  • Ich nehme mir mehr Zeit für mich. Meditiere. Zeichne. Geniesse einfach mal die Ruhe.

Was macht ihr, um euer Leben bewusster zu gestalten?

Nichts ist für immer...

Nichts ist für immer...

Last week I received a couple of sad news in quick succession.

I suppose most of us have already heard the sentence: “Stop yammering and be thankful, you have a great life. You have a roof over your head, enough to eat…” Most of us will directly answer :“Yes, of course, but my problem xyz…” And we will continue to moan.
But if you get aware suddenly that your life is limited and could be change due to a stroke of fate in a minute you will start to think again what this sentence really means. And you will realize that our time is too precious to be wasted. That our life is already wonderful and we should appreciate that.

Therefore I have changed a couple of things in my life:

  • I do not bother about small messy corners in my home anymore.
  • I try to notice even banalities. What texture is a sponge like? How is my surrounding really looking? How do my feet feel while walking?
  • I consciously enjoy the time I spend with my friends and family. I try to tell them often that I love them.
  • If I call someone I listen to them and do not do other things in the meantime.
  • I try not to hurry anymore. If I manage to cross out only 10 of the 20 points on my to-do list, I’m okay with that.
  • Furthermore I try to be not a perfectionist anymore. Ate something that’s not on my diary plan? Read instead of learning? That’s not the end of the world.
  • If I have to do something I try to change the situation until it’s really fun. Music while doing the dishes, a short workout while hovering or enjoying some great books during the long tram rides.
  • I take more time for myself. Reading. Meditating. Becoming creative.

What do you do in order to life more deliberately?

8 responses so far

8 Responses to “Nichts ist für immer / Nothing is forever”

  1. ultraistgut sagt:

    Liebe Ariana, schön, dass du in deinem Alter schon solche Gedanken hast, dankbar bist und erkannt hast, worauf es ankommt.

    Leider müssen viele Menschen erst einen Schicksalsschlag erleiden, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen.

    Auch ich lebe voll bewusst, bin dankbar für jeden Tag, für alles, weil es meiner Familie und mir super gut geht, weil wir gesund sind. Kann mit jeder Kleinigkeit glücklich und zufrieden sein, dazu bedarf es keiner großartigen Dinge oder Ereignisse.

    Da ich gnadenloser Optimist und absolut positiv denkender Mensch bin, war ich schon früh auf diesem Trip, nicht zuletzt, weil ich ab und an mit dunklen Schatten leben musste.

    Und wenn man sich umsieht, es kann jeden Tag zu Ende sein !

    • Ariana sagt:

      Vielen lieben Dank für die schönen Worte :-) Gerade die Tatsache, dass man mit jeder Kleinigkeit glücklich sein kann, empfinde ich ebenfalls als sehr sehr wichtig! Manchmal muss man sich wieder daran erinnern, die Dinge positiv zu sehen – aber es lohnt sich definitiv :-)
      Liebe Grüsse
      Ariana

  2. Christian sagt:

    Guten Morgen,

    Margitta hat es bereits trefflich formuliert und umso früher man damit beginnt, umso besser und differenzierter kommt man klar. Ich meine, es ist nicht immer einfach die richtige Emotion zu zulassen bzw. auch mal zum Selbstschutz sich von Dingen zu distanzieren und Gelassenheit an Tag zu legen. Ich habe mich viele Jahre in Beruf und später auch im Sport aufgerieben und habe irgendwann den wohl dosierten Umgang mit beidem gelernt. Trotzdem können viele Dinge dieses zarte Gefüge stören, insbesondere aus dem Privatleben heraus. Einen Ausgleich zu haben, der einen bewusster leben lässt und einen daran erinnert, was wichtig ist und wie man mit seiner körperlichen und mentalen Kraft umgehen sollte, ist extrem wichtig. Allerdings schafft man diesen Lernprozess nicht in zwei Tagen, es gehören viele – auch oder vor allem schmerzliche – Erfahrungen dazu. Ich wünsche Dir, dass Du Dein “Gleichgewicht” immer findest und auch behalten kannst.
    Und nochmals, Margittas letzter Satz trifft es sehr gut, ich würde ihn sogar noch erweitern, da das Ende genauso wichtig ist: wenn das Ende kommt, dann mit Würde ;-)

    Ein schönes Wochenende Dir und ich mag Dein Blog

    Salut

    • ultraistgut sagt:

      Mon cher Christian – merci pour ces mots ! 8)

    • Ariana sagt:

      Dankeschön für das Kompliment – ich mag deine netten Kommentare :-) Oh ja, zwischen verschiedenen Extremen einen Mittelweg zu finden, wird wahrscheinlich eine lebenslange Aufgabe bleiben. Ich glaube solche Erfahrungen, geben einem immer wieder einen kleinen “Anstoss” um wieder zurück zur Balance zu finden – und irgendwann, mit viel viel Übung, kann man dann auch selbst dort bleiben. Aber da bin ich noch ein bisschen davon entfernt ;-)
      Liebe Grüsse und auch Dir ein wunderschönes entspannendes Wochenende
      Ariana

  3. Chrissara sagt:

    Sehr schöner Artikel mit vielen Gedanken, die ich vor ein paar Monaten auch hatte. Wir leben viel zu häufig einfach dahin, ohne uns über die kleinsten Dinge, die für uns selbstverständlich erscheinen, Gedanken zu machen…

    • Ariana sagt:

      Liebe Chrissara
      Da hast Du ganz recht, das “dahinleben” oder einfach nur “existieren” statt wirklich zu leben, kennen wohl die meisten. Wollen wir nur hoffen, dass wir es immer wieder mal schaffen, in den Augenblick zurückzukehren und “richtig” zu leben :-)
      Liebe Grüsse
      Ariana